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Was man im Leben wirklich braucht

Der Bayerische Rundfunk hat zu diesem Thema eine sehenswerte Reportage produziert. Ausstrahlung am 23.03.21. Da der Inhalt nicht zum Nachlesen zur Verfügung steht, haben wir das Spannendste daraus zusammengefasst.

Von Angelika Kellhammer mit Beiträgen von Nico Paech, Hans-Georg Häusel, Maja Göpel. Foto: Mike Petrucci


Wann genau ist es eigentlich passiert, dieses Zu viel im Leben? Dieses Besitzen, ohne zu wissen, viel und wozu. Die endlose Kette immer neuer Wünsche, wo hört sie auf? Ja, sie machen Spaß, die Dinge. Sie unterstreichen unsere Individualität. Markieren unseren Platz in der Gesellschaft. Wer hart arbeitet, soll sich auch viel leisten können. Erfolg ist gleich Reichtum ist gleich Lebensglück. So in etwa ist doch die Erzählung der Überflussgesellschaft? Und jetzt? Jetzt erzählt uns der erschöpfte Planet eine andere Geschichte. Und es ist die Frage, wie clever die Menschheit darauf reagiert. Es ist Zeit, das Credo vom ewigen Wachstum zu ersetzten. Denn dieser Lebensstil gefährdet die Welt. Es ist keine Frage der politischen Anschauung. Es ist eine Frage der Vernunft, der Menschlichkeit und der Moral.

Wer bin ich und warum bin ich da? Geht das alles nicht noch besser?

Das Leben in der modernen Konsumgesellschaft ist dadurch geprägt, dass die Menschen nicht mehr an etwas Spirituelles glauben. Sie glauben jetzt an den Konsum, die Mobilität, die Technologisierung und ihnen ist es wichtig in den sozialen Medien präsent zu sein. Diese neuen Glaubensbilder haben die Eigenschaft, dass es keine Obergrenze mehr gibt, wonach Menschen streben könne.  Die Anzahl der Dinge, die ich kaufen kann, Reisen, die ich machen kann, Likes, die ich für meine Posts bekommen kann, kennt keine Obergrenze. Das heißt, dass sich der Mensch in einem Entwicklungsprozess befindet, bei dem er niemals ankommt.

Der Verbrauch ist der Motor der Wirtschaft.

Irgendwann im letzten Jahrhundert wurde der Mensch verpflichtet, nicht nur Dinge zu brauchen, sondern sie vor allem zu verbrauchen. Das ist das, was der moderne Mensch zu tun hat, bis auf weiters. Das Neue lockt mit einem Versprechen, das jetzt jedes Produkt umhüllt. Verpackung ist Verführung. Lüge, Täuschung, kaufentscheidend.  

Es gibt die Erzählung, das Eigentum verpflichte und das die steuerliche Entlastung der Großunternehmen für alle gut ist. Die Antwort darauf ist einfach. Denn sie ist: 42. Denn 42 Milliardäre besitzen, laut OXFARM, so viel, wie die halbe Welt. Für Immanuel Kant (1760) galt noch: Meine Freiheit endet da wo ich die Freiheit anderer bescheide. Aber für die großen Philosophen war das gute Leben weniger ausschweifend, sondern durch Verzicht und Bescheidenheit geprägt.

Durch den Alltag geleitet uns ein ständiger Kaufwunsch. Dieser nimmt so viel Platz in unseren Gedanken ein, dass wir unsere Ruhe und Gelassenheit verlieren. Wo und wir bekomme ich es? Natürlich freuen wir uns, wenn wir etwas kaufen, wovon wir schon länger träumen. Erleben und genießen ein das damit verbundene Hochgefühl. Die Frage ist doch, wie oft muss es mir so gehen. Will ich das permanent?  

Es geht doch um Unabhängigkeit. Den Ballast über Bord werfen. Reduktion.

Tiny Houses sind heute positiv aufgeladen. Aussteiger wie der Schriftsteller Henry David Thurow (1850) ließen alles hinter sich und lebte einfach, naturverbunden und minimalistisch. Der laute Erfolg, die Meinung der Anderen, soziale Ängste lässt man meistens hinter sich. Ja, man gibt Sicherheit auf. Aber, man gewinnt Geborgenheit. Wer wenig besitz wird umso weniger besessen. ‚Gelobt sei die kleine Armut‘, sagt Nitsche.

Haben wollen. Ein Kick nach dem anderen. Weihnachten ist das ganze Jahr. Die Wissenschaft nennt es die ‚hedonistische Tretmühle‘. Eigentum, aber nie Zufriedenheit. Bin ich was ich habe? Lieber nicht!

Erich Fromm hat darüber ein Buch geschrieben ‚Haben oder Sein‘ (1976). Einer der Sätzte darin: ‚Gier ist immer Ergebnis einer inneren Leere.‘ Voll sind die Schränke.

Uns fällt schwer, es zu ändern. Konsum macht Lust und Freude. Unser Leben besteht aus viel kurzen Freuden. Katzenbaby beim Spielen, ein Sonnenaufgang, eine leckere Mahlzeit. Diese kurzfristigen Freuden halten nicht sehr lange an. So ist es auch mit dem Konsum. Konsum ist nichts anderes als ein kleiner Kick in unserem Belohnungssystem. Unser Belohnungssystem ist aber auch für unser Suchtverhalten zuständig. Und Suchtverhalten ist nichts anderes als permanent eine noch schönere, noch bessere Belohnung zu wollen. Unser Belohnungssystem ist nie zufrieden. Ist der Mensch von Natur aus gierig?

Wo liegt die Grenze? Wenn wir die Ressourcen des Planeten Erde gerecht an allen 7,5 Milliarden Menschen verteilen würden, ist es nicht schwer zu erkennen, dass jeder Mensch eine materielle Obergrenze beachten muss, wenn er kein Barbar sein will.

Im Jahre 2017 kamen 472kg Haushaltsabfälle pro Kopf in die Welt. Tendenz steigend. Müll sieht nicht mehr so aus, aber er ist die aufgebrauchte Natur. Verschlungener und ausgespiener Rohstoff, der zu Ende geht. Der Mensch als das ,Tier‘,das Müllerzeugt, es aber eigentlich nicht will. Kein Mensch hat Lust an den moralischen Ansprüchen zu scheitern. So fliegen wir, Beispielsweise, zum Urlaub in die Karibik und kaufen dann faire und nachhaltige Produkte um den ökologischen Schaden wieder symbolisch „auszugleichen“.

Alternativ treffen sich Menschen in Repair-Cafes um Dinge selbst zu machen. Motto: Du kannst lernen, was die Schönheit und Funktion der Dinge ausmacht. Du erkennst, wie viel Baum in einem Stuhl steckt und wie viele Stunden Arbeit. Der Mensch und das Ding lernen sich kennen. Selbstermächtigung, sagen heute die Soziologen zu einem Gefühl, das Handarbeit schon immer erzeugt hat. Der Mensch gestaltet die Welt selbst. Reparieren und Herstellen könne als ‚Grundversorgung‘, etabliert in den Kommunen.

Vieles was wir kaufen ist nicht zu reparieren oder wird unter miesen Bedingungen hergestellt. Wäre es anders, so heißt es, wäre es viel teurer und würde die Ärmsten treffen. Doch die Frage ist: Wer profitiert, wenn alles bleibt, wie es ist?

Wenn man möchte, dass ein Spiel funktioniert, müssen Regel aufgestellt werden. Bei unfairem Verhalten funktioniert das Spiel nicht. Aber wo sind die Verbote für die wirklich destruktiven Produktionsverfahren? Ein Verbot für Kükenschreddern? Wann wird es klar, dass eine völlig pervertierte Umgangsform mit Mitlebewesen, eigentlich nicht zu aufgeklärten Gesellschaften passen kann.  

Vorgegebene Strukturen nicht akzeptieren ist kein Verzicht. Es ist ein Ja zu einem anderen Lebensstil, der die Folgen des eigenen Handelns überschaut. Wer weiß, kann entscheiden. Wie viel Rohstoff ist in einem Tetra Pak? Oder, wie oft muss man gießen, um Gemüse zu ernten? Die Menschen haben sich in unglaublich kurzer Zeit von ihren Ursprüngen entfremdet. Ja, sogar schon Ängste vor den einfachen und natürlichen Dingen entwickelt, wie Gemüse anbauen, Marmelade machen oder Hühner halten. Dinge, die ganz einfach sind und schon seit Jahrtausenden zu uns gehören. Wir haben uns entfremdet vom Grundlegendstem. Auf der anderen Seite besteht wenig Berührungsangst ein neues HiTech-Smartphone benutzen zu lernen oder eine Softwareschulung zu besuchen.

Alternativen zum Eigenanbau oder zu den kapitalistischen, industriellen Strukturen gibt es. Zum Beispiel das Kartoffel Kombinat bei Mammendorf. Eine der größten solidarischen Landwirtschaften in Deutschland. Kein Preiskampf, kein Lohndumping. Die Gemeinschaft garantiert die Abnahme aller erzeugten Lebensmittel und trägt die Kosten. Schlechte Ernte heißt, weniger in der Gemüses-Kiste. Das Risiko tragen alle. Es geht nicht um Profit, sondern um bewusstes konsumieren. Initiativen wie diese verändern den Status Quo und schwimmen gegen den Strom. Die Wirtschaftskraft ist noch gering, im Vergleich zur Industrie. Aber es geht ja auch darum, wieder Selbstwirksamkeit und Verbindung zu spüren. Festzustellen, dass wir Dinge umsetzten können, etwas erreichen können und das zusammen mit anderen Menschen.  

Der Kapitalismus führte dazu, dass wir an allen planetarischen Grenzen angekommen sind. Wir zerstören Tag für Tag unsere Existenzgrundlage. Ein sicherer Ort, reines Wasser und gute Luft. Das wollen alle. Auch die die nach uns kommen. Wenn wir uns, z.B. mit 4 bis 5 Anderen ein Auto, einen Rasenmäher, eine Werkstatt teilen heißt das, dass wir weiterhin Zugriff auf diese modernen Konsumobjekte haben, aber viel weniger Geld brauchen. Und wenn wir weniger Geldbrauchen müssen wir weniger arbeiten. Und wenn wir weniger arbeiten, kann die Wirtschaft kleiner werden. Der Beginn, der Post-Wachstums-Ökonomie. Zusätzlich bedeutet das auch, wir sind damit unabhängiger. Daraus folgt die Regel: Souverän ist nicht der, der viel hat, sondern der, der wenig braucht.

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